INHALT RISS #81: AFFEKTIVITÄT


Marianne Schuller

Ausdruck und Affekt. Penthesileas Träne. Eine Miszelle

Der Affekt ist die Wirkung eines Ausdrucksverfahrens, das die Leere schneidet und aus der Tränenspur des Risses hervorgeht. Die Träne Penthesileas zeichnet eine zerbrechliche Grenze, einen Riss im Subjekt, der allererst Ausdruck und damit Erfahrung von Trauer, Emotion, Affekt gibt.

Schlüsselwörter: Kleist, Penthesilea, Affekt, Ausdruck, Emotion, Trauer



Corman Gallagher
«Verzweiflung, Verzweiflung, Verzweiflung ..... Schonung!» Affekt in

der Lacan’schen Theorie und Praxis

Der Beitrag liefert eine fundierte Zusammenstellung von Lacans unterschiedlichen Positionen zum Affekt und berücksichtigt dabei auch weniger bekannte Schriften Lacans aus einem Zeitraum von über 30 Jahren. Diese Gesamtschau führt zu überraschenden Einsichten zur Rolle der Affekte bei Lacan und ermöglicht es dem Leser, sich ein Urteil darüber zu bilden, wie es um die Affektivität bei ihm steht.

Schlüsselwörter: Affekt, Emotion, drei Komplexe: Entwöhnung, Eindringling,

Ödipus, Blick, Unheimliche, Angst, Acting-out, passage à l' acte



Peter Widmer

Affekt und Fantasma

Der Beitrag versucht, die Wege nachzuzeichnen, die Freud und Lacan im Bemühen, den Affekt zu konzeptualisieren, eingeschlagen haben. Der Bezug des Affekts zum Fantasma führt zur Frage nach dem Verhältnis von Affekt und Genießen (jouissance), wobei auch der Trieb mit in die Untersuchung einbezogen wird.

Schlüsselwörter: Affekt, Fantasma, Genießen, Trieb, Schrift, sexuelles Verhältnis.



Susanne Gottlob

Affekt — Diabolos

Ist ein Affekt Aufruhr gegen Unerprobtes, Widerstand gegen Homöostase? Wovon spricht es, wenn die Beweglichkeit des Affektiven strukturell irritiert ist? – Einfälle zum Affekt und dem, was er transportiert: Konfusion. Mit Bezügen u.a. zum Traktat zur Malerei von Leonardo da Vinci, Arbeit und Struktur von Wolfgang Herrndorf und Caroline Eliacheff zu Mathias, dem Kind, das eine Katze sein wollte.


Schlüsselwörter: Affekt, Widerstand, Psychose, Imaginäres, passage á

l'acte, affektive Störung



Johannes Binotto

Affekt, Effekt, Defekt: Filmtechnik und/als Affektstörung.

Der Affekt ist immer gestört. Dieser zeigt sich denn im Film besonders prägnant da, wo die Filmtechnik selbst aus den Fugen zu geraten scheint. Der vorliegende Aufsatz führt anhand von Ton- und Bild-Defekten bei Alfred Hitchcock, Sergio Leone und Michael Powell vor, wie das Kino selbst bereits eine psychoanalytische Affekttheorie aufund vorwegnimmt.

Schlüsselwörter: Filmtechnik, Filmgeschichte, Bewegungsbild,

Toneffekt, Stimme, Technicolor, affektive Störung



Marie-Luise Angerer

Zur affektiven Re-Organisation von Gesellschaft und Psyche


In meinem Buch Vom Begehren nach dem Affekt habe ich die mögliche Entwicklung eines affektiven Dispositivs skizziert. Hier möchte ich nun von einer Implementierung des Affektiven als umfassender Setzung und damit Reorganisation dessen sprechen, was ein «Begehren nach dem

Affekt» unter gegenwärtig ‹medientechnischen› Bedingungen bedeuten kann.


Schlüsselworte: affektives Dispositif, Plastizität des Gehirns, affektives Nichtbewusstsein, bio-medialer Körper, anstelle von Sexualität und Begehren Affekt und eine ‹Nachahmung› des Begehrens.



Georg Gröller

Von der Meisterschaft, nicht Herr im eigenen Haus zu sein.

Franz Wests Übertragungen zwischen Psychoanalyse und Kunst Freud und Lacan, zusammen mit Wittgenstein, bilden ohne Zweifel eine Art intellektuelles Basisdreieck des 2012 verstorbenen

österreichischen Künstlers Franz West. Bezüge zur Psychoanalyse durchziehen sein ganzes Werk. Der vorliegende Aufsatz geht der Geschichte dieser Beziehung nach und stößt dabei auf eine bemerkenswerte Entwicklung: Ist West zunächst fasziniert und betroffen von Freuds Botschaft des Ödipuskomplexes, so wird einige Jahre später Lacan für ihn zu einer idealen Leitfigur der intellektuellen Eleganz.

Schlüsselwörter: Franz West, Psychoanalyse und Kunst, Ödipuskomplex,

nicht-phallisches Genießen, Sinthom.



Timo Storck
Zwei Buchbesprechungen.

Wolfgang Hegener: Unzustellbar. Psychoanalytische Studien zu Philosophie, Trieb und Kultur


Elke Rövekamp: Das unheimliche Sehen – das Unheimliche sehen. Zur Psychodynamik des Blicks



Abstracts und Schlüsselwörter d / f / e


Autoren


RISS - Zeitschrift für Psychoanalyse (ISSN 1019-1976)

Aktuelle Ausgabe: RISS #81 (2015/1)

Thema: Affektivität
Erscheinungsdatum: April 2015
Spezifikationen Druckausgabe: Softcover, A5, 176 S.
ISBN 978-3-03846-012-1


Preis: CHF 24.- / € 22.- (Im 4er-Abonnement CHF 79.- / € 71.-)

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